New Work – New Challenges

New Work – New Challenges

Die Welt ist im steten Wandel. Neue Technologien, rasanter Fortschritt und ein neues Generationen-Verständnis verändern alles, was wir bisher kannten. Agile Software hat schon mehrmals über unsere VUKA-Welt gesprochen. Diesmal möchten wir über unsere Arbeitswelt und die damit verbundenen Änderungen schreiben.

Employer Branding ist mehr als nur ein Modewort. Ziel dabei ist, sich als Unternehmen so zu positionieren, dass man für neue und alte Mitarbeiter attraktiv wird bzw. bleibt. Das heißt, man muss die Eigenheiten und Wünsche angehender Arbeitnehmer ernst nehmen und zeitnahe darauf reagieren, um eine attraktive Arbeitskultur vorweisen können. Man macht also neue Angebote – doch was bedeutet “neu”?

Neue Arbeit = New Work = ?

Helle Räume mit viel Licht, offene Arbeitsumgebungen mit viel Freiraum sowie flache Hierarchien und das “Duzen” des Chefs sind heutzutage schon vielerorts Standard. Dank sozialer und mobiler Vernetzung verbreiten sich praktizierende Ideen rasch viral. Wir sind mitten in einer Evolution des Arbeitsmarktes – jedes Unternehmen ist mit dieser Situation konfrontiert. Jüngeren Arbeitnehmern geht es um mehr Flexibilität, Transparenz und Mitspracherechte, nicht so sehr um materielle Wünsche. Das Bedürfnis nach einer Werte-geleiteten Unternehmenskultur gepaart mit sozialer Verantwortung wächst.

New Work ist weit mehr als alte Arbeit mit Internetanschluss- Christoph Heumader

Work Life Balance

Ein ausgeglichenes Work/Life-Verhältnis ist vielen bei der Jobauswahl wichtiger als andere Anreize (zB hohes Gehalt). Dieses Verhalten trifft vor allem auf die europäischen Millennials – der Generation Y – zu. Am liebsten möchte diese Generation nur etwas Sinn-stiftendes tun und nebenbei einen gesellschaftlichen Mehrwert erzeugen. Außerdem möchten sie in Entscheidungsprozesse einbezogen werden – zB bei der Erstellung oder Adaptierung der Vision und Strategie des Unternehmens oder eines Produktes. Der aktuelle Arbeitsalltag dieser jungen Europäer ist also ein gänzlich anderer, als der ihrer Väter und Mütter.

Transparenz und Teilhabe

Die Mission eines Unternehmens mit den Mitarbeitern zu teilen ist Standard, aber langweilig und zu wenig. Zumindest reicht es nicht mehr, den Text dazu von irgendjemand innerhalb oder außerhalb des Unternehmens schreiben zu lassen, der zwar gut texten kann, sich aber nicht wirklich mit dem Betrieb identifiziert. Arbeitgeber müssen ihren Teams zuhören, die Erkenntnisse dieser Gespräche transparent machen und zeigen, wie diese in die Unternehmensstrategie integriert werden – inkl. Umsetzung und Ergebnis daraus.

Kommunikation und Kooperation

Direkter Kontakt zwischen Team und Management ist notwendig. Jüngere Mitarbeiter schätzen diese Form der Zusammenarbeit, weil sie die Vision des Unternehmens und die Menschen dahinter verstehen wollen. Nennt sich auch “Politik der offenen Tür” und sollte regelmäßige Team-Versammlungen (zB monatliches Goal #1, oä) beinhalten, um den Kern und die historische Kultur des Unternehmens kennenzulernen. Auch das Budget des aktuellen Projekts darzustellen oder gleich die ganze Finanzlage des Unternehmens mit dem Team zu teilen kommt gut an – vor allem wenn auch noch erklärt wird, was die Zahlen bedeuten. Die Strategie für das kommende Jahr oder den nächsten Meilenstein (Roadmap) zu besprechen, aber auch bewusst gemeinsam zurückblicken (Retrospektive) auf das letzte Monat oder auf das vergangene Jahr stillt die Neugier der Mitarbeiter.

Agilität, Flexibilität und Wertschätzung

Durch neue Technologien wurde zur Jahrtausend-Wende hin die Art und Weise, wie wir untereinander kommunizieren und arbeiten, grundlegend verändert. Wir sind “always on”, womit die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit zusehends verschwimmt. Als Unternehmen heißt das, die hier neu gelebte Realität durch entsprechende Anpassungen zu ermöglichen – zB durch neue Regeln im Home Office, Licht-durchlässigen Design im Arbeitsraum, starker Fokus auf Interaktion und Kommunikation, flexible Kernarbeitszeiten um den Arbeitsalltag individuell strukturieren zu können.

Apropos Arbeits(all)tag: Arbeitgeber müssen lernen, ihre Mitarbeiter ganz konkret danach zu fragen, was ihren Alltag verbessern oder erleichtern würde. Während manche eher existenzielle Wünsche äußern – zB eine lang ersehnte Reise oder ein neues Auto – möchten andere hingegen “nur” mehr Zeit – zB für ein Fortbildung-Stipendium oder einen Sonderurlaub (neudeutsch “Sabbatical), um diese dann mit der Familie oder für eine Neuorientierung zu verbringen. Unternehmen sollten deshalb nicht pauschal belohnen, sondern individuell – je nach dem was ihnen wirklich wichtig ist! Diese transparente Form der Wertschätzung geht immer zu Gunsten der Motivation und damit der Produktivität des Teams einher.

Community-Denken und soziale Verantwortung

Wer also zu den attraktiven und zeitgemäßen Arbeitgeber zählen will, muss neben der Erarbeitung einer gemeinschaftlichen Vision auch die Förderung einer gemeinschaftlichen Mission im Team zu lassen und dabei idealerweise Sinn-stiftendes Engagement mitreinbringen.

Das heißt, es müssen konkrete Initiativen überlegt werden, die Mitarbeiter gezielt einbindet und gleichzeitig der erarbeiteten Mission gerecht werden. Kurze, knackige Konzepte, zB:

  • Internes Know-how verwenden, transparent machen (durch online-Dokus wie Confluence) und gleichzeitig durch Workshops, Pair Programming (Junior/Senior) oder Mentoring übertragen.
  • 10 % der wöchentlichen Arbeitszeit oder der Sprint-Kapazität für die Arbeit an einem neuen Projekt zu nutzen (Alternativ: Organisation eines gemeinsamen Gruppen-Ausflugs organisieren, um ehrenamtliches Engagement zu forcieren)

All das wird dabei helfen, die Gemeinschaft, die Teams zu verbinden und die individuelle Identität mit der Unternehmenskultur zu stärken.